Morph-Genetik verständlich: kodominant, rezessiv, het & pos
Warum zwei normale Tiere einen Pied hervorbringen können – und was „66 % het“ wirklich bedeutet.
Verfasst von Tim Becker1 Min. Lesezeit

Morphs sind Erbanlagen, die das Aussehen eines Netzpythons verändern. Um Preise, Angebote und Zuchtpläne zu verstehen, reichen vier Begriffe.
Kodominant
Ein kodominanter Morph ist schon mit einer Kopie sichtbar. Tiger, Motley oder Golden Child sind Beispiele. Erbt ein Tier zwei Kopien, spricht man von der „Super“-Form – beim Motley etwa dem Super Motley, der fast zeichnungslos wirkt.
Rezessiv
Ein rezessiver Morph zeigt sich nur, wenn ein Tier die Anlage von beiden Elternteilen erbt – etwa Pied oder Albino. Mit nur einer Kopie sieht das Tier völlig normal aus, trägt die Anlage aber weiter.
Het
„Het“ steht für heterozygot: Das Tier trägt eine Kopie eines rezessiven Morphs. 100 % het Pied bedeutet, dass das Tier nachweislich eine Pied-Kopie trägt – etwa weil ein Elternteil ein sichtbarer Pied ist.
Pos und Wahrscheinlichkeiten
„Pos“ (possible) bedeutet, dass ein Tier die Anlage tragen könnte. Die Prozentangabe folgt der Elternkombination: Aus einem Pied mal einem normalen Tier sind alle Nachkommen 100 % het. Aus zwei het-Tieren sind rechnerisch 25 % sichtbare Pied, 50 % het und 25 % ohne Anlage – unter den nicht sichtbaren Tieren sind also 66 % het, weil zwei von drei normal aussehenden Nachkommen die Anlage tragen.
Warum das wichtig ist
Ein het-Tier ist kein „halber Morph“, sondern ein Baustein für Zuchtprojekte: Verpaart man zwei passende Träger, können sichtbare Morphs entstehen. Deshalb legen wir bei jedem Tier offen, welche Genetik nachgewiesen und welche nur wahrscheinlich ist.
Alle Morphs erklären wir im Morph-Lexikon.
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